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Samstag, 1. Juli 2000

Die AAVI-Turm Story


Das Jahr 2000, das Jubiläumsjahr, der AAVI wird 100 Jahre alt. Ausserdem geht das Semester schon (endlich) zu Ende und wir (die Aktivitas) schmieden wiedereinmal Pläne, was wir den Sommer über denn so alles machen werden. Irgendwann kommt Helmut eine Idee: "Im Serles-Südgrat gibt es einen AAVI-Turm, den hat mir mein Vater in Ellbögen immer gezeigt. Da war schon ewig niemand mehr oben." Und wir sollen das natürlich ändern.

Der Plan

Nach kurzem Nachdenken finden wir anderen die Idee gar nicht mehr so abwegig und beginnen die Aktion zu planen. Das stellt sich aber bald als unerwartet schwierig heraus, da im aktuellen Führer zwar erwähnt wird, daß es einen AAVI-Turm im Serles-Südgrat gibt, ansonsten aber nichts zu finden ist. Auch unsere Väter können uns nicht viel mehr sagen, haben aber zum Glück noch einen alten Führer in dem die Tour noch beschrieben ist. Da wir nun "gut" informiert sind, entschliessen wir uns nicht wie im Führer empfohlen von oben zum Turm zuzusteigen, sondern auch im Aufstieg den Abstiegsweg zu benutzen.
Nachdem nun also alles geklärt ist, sind wir bereit zur Tat. Das Wetter ist aber anderer Meinung und hält unseren Tatendrang mit Hilfe einiger Regentage im Zaum.

Die Tat

Am 1. Juli ist es dann endlich soweit. Ein strahlend blauer Himmel mit nur ein paar harmlosen Quellwölkchen, läd uns zur Tat. Wir fahren also nach Maria Waldrast und machen uns auf den Weg. Unter der Serles-Nordwand vorbei, geht es auf Schotterreißn hinauf zum Ende der Rinne die uns zum Turm führen soll. Langsam beginnt uns auch zu dämmern, warum dieser Weg als Abstieg vorgesehen ist: Bergauf hat es so eine Reißn ganz schön in sich. Aber wir sind ja früh gestartet und so haben wir keine Eile.
Die Rinne hinauf ist zwar keine Genußkletterei im engeren Sinn, aber auch kein Problem und so stehen wir bald am Fuß des eigentlichen Turmes. Jetzt beginnt die "echte" Kletterei, zwar nur 4 Seillängen aber der Fels macht seiner Kalkkögel Abstammung alle Ehre. Doch das kann uns jetzt nicht mehr aufhalten.
Schließlich stehen wir alle am Gipfel "unseres" Turmes und können unseren Erfolg mit der vorsorglich mitgebrachten Flasche Wein gebührend feiern. Die harmlosen Quellwolken sehen zwar mittlerweile nicht mehr ganz so harmlos aus, aber eine ausgiebige Gipfelrast muß einfach sein. So kommt es, daß uns schließlich die ersten Regentropfen aus den gar nicht mehr harmlos aussehenden Gewitterwolken daran erinnern, daß wir mit dem Abstieg beginnen sollten. Nach kurzem Abseilen geht es die Rinne im Eiltempo hinunter, bis wir endlich im strömenden Regen die Reißn erreichen. Geschafft, jetzt kann uns nichts mehr passieren. Aber wie man so schön sagt: "Eine Bergtour ist erst im Tal zu Ende". Denn wie zum Hohn beginnt es jetzt auch noch zu hageln und wir lernen völlig neue Einsatzgebiete unserer Kletterhelme kennen. Als wir schließlich den Wald erreichen hört der Hagel zwar auf, dafür schlägt der erste Blitz unserer Meinung nach viel zu nahe ein. So geht es also immer noch im Laufschritt weiter.
Schwer gezeichnet erreichen wir dann doch Maria Waldrast, wo uns ein paar Biere für die Strapazen entschädigen. Als wir endlich zur Heimfahrt rüsten, hat sich das Gewitter schon wieder verzogen und wir geniessen noch einen Blick auf den AAVI-Turm, wohlwissend, daß wir dort nicht so schnell wieder hinauf müssen.